USA 09 – Watsonville, Santa Cruz

 2023 war ich für ein Jahre in den USA. Mein Idee war es wöchentlich zu bloggen. Das Leben in den USA kam dazwischen. Es ist einfach zu viel passiert. In 2024 habe ich es
  vergessen. Also werde ich die Blogbeiträge jetzt in 2025 wochenweise einstellen.

DEU

Sonntag, 26.03.2025 — Heute geht es nach Norden. Ich folge Highway 1, wechsel auf die 156, die dann auf in die 101 mündet. Die 101 ist der Weg nach San Jose und San Francisco. Es geht erst durch die Hollister Hills und dann ich ein absolut flaches Areal. Mein erstes Ziel ist Gilroy. Hier gibt es ein paar Gebrauchtwagen, die ich mir anschauen will. Etwas passendes ist nicht dabei.

Ich fahre auf der 152 weiter, oder vielmehr zurück nach Watsonville. Die 152 führt als Passstraße wieder durch die Berge, die hier eine Gipfelhöhe von über 1620 ft (500 m) erreichen1.

Watsonville … and the Killer Klowns

Es gibt keinen Grund, nach Watsonville zu fahren. Außer. Man kennt den B-Movie-Klassiker Killer Klowns from Outer Space. Wer den Film nicht kennt, dem empfehle ich den Film für nächstes Halloween, vielleicht als Doublefeature mit The Stuff.

Ich habe extra Screenshots vom Film ausgedruckt, um die Orte zu finden, soweit ich eine grobe Adresse ausfindig machen konnte bzw. die Orte heute noch existieren.

Ich parke etwas abseits vom Stadtzentrum an der 152. Ich will das Auto schließlich wiederfinden. Watsonville wirkt wie eine typische, verträumte Kleinstadt in den USA. Breite Straßen, Einfamilienhäuser und Bungalows mit Vorgarten und ohne Gartenzaun oder Hecke.

Kurz vor der Kreuzung Lake Ave / Main St geht es los mit den Filmorten. Ich arbeite mich durch meine Screenshots. Ich fühle mich an Tokyo erinnert, wo ich die Filmorte vom Musikivideo When is the Future von VNV Nation abgearbeitet hatte.

Watsonville Plaza ist einer dieser Filmorte, ein kleiner Park mit einer Art Pavillion in der Mitte. Ich vermute, dass hier — back in the days — eine Kapelle am Sonntag Musik gespielt hat. So zumindest sieht es aus. Wo auch in San Francisco und New York ist der Park heute hauptsächlich von Obdachlosen und Drogenabhängigen bevölkert. Erst jetzt fällt mir auch, dass dies in Monterey nicht der Fall ist.

Nach entspannten 2 Stunden habe ich eigentlich alles im Kasten, was ich hier in Watsonville finden konnte. Ich gehe E Beach St zurück in Richtung Auto. Es könnte nicht besser sein. Ein Eiswagen fährt vorbei. Ein Zeichen. Ich kaufe ein Eis. Das Wetter dafür ist ideal.

Der nächste Ort ist auf dem Weg nach Santa Cruz, nahe New Brigthon State Beach. Da es ein Campingplatz mit Parkgebühren ist, muss ich etwas kreativ werden. Ich parke in benachbarten Wohngebiet und gehe zu Fuß. Zum Glück gibt es einen Wanderweg. Damit wäre auch diese Szene im Kasten.

Santa Cruz

Dies wird mein letzter Stopp für heute. Ich arbeite mich durch die Stadt. Einen Parkplatz finden wird schwierig werden. Es ist Sonntag und es ist eine Touristenstadt. Ich versuche mein Glück wieder in einem Wohngebiet und bin erfolgreich nahe Lighthouse Ave; was für ein Zufall.

Ich gehe runter zum Ufer. Hier zu parken war eine gute Idee. Ich habe einen perfekten Blick auf den Santa Cruz Wharf2, eine riesige Brücke aus Holz, dahinter der Strand mit dem Boardwalk3, ein kleiner Freizeitpark mit Achterbahn und Riesenrad direkt am Strand.

Ich besuche den Pier. So wirklich spanned ist es nicht. Man vergisst auch schnell, dass man auf einer Holzbrück ist. Autos fahren. Es gibt Parkplätze ich Geschäfte. Ich bin ein Snob, also entscheide ich mich für Vino by the Sea. Ein Rotwein ist genau, was ich jetzt brauche.

Im Anschluss besuche ich den Boardwalk. Die Fahrgeschäfte sind weniger was für mich. Aber besuchen muss ich ihn trotzdem. Viele werden den Boardwalk aus dem Film Lost Boys kennen.4 Aber auch Szenen für Killer Klowns oder Us wurden hier gedreht.

Es geht auf die Dämmerung zu. Ich kaufe ein IPA Bier mit dem Namen Gaint DIPA, ein nettes Wortspiel auf den Giant Dipper, die Holzachterbahn von 1924, die hier immer noch im Betrieb ist. Der Abend beginnt. Ich genieße die Dämmerung und die anbrechende Nacht.

Der letzte Stopp für heute ist The Blue Lagoon / The Box. Heute Abend ist die Musikwahl Gothic, Industrial, Dark Electro. So etwas gibt es in Monterey nicht. Kurz nach Mitternacht trete ich die Heimreise an. Zurück nach Monterey sind knapp eine Stunde Autofahrt und morgen früh, vor der Arbeit, muss ich noch den Mietwagen zurückbringen. Was für ein Tag. Was für ein Wochenende.

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USA 08 – Highway 1, Point Lobos

 2023 war ich für ein Jahre in den USA. Mein Idee war es wöchentlich zu bloggen. Das Leben in den USA kam dazwischen. Es ist einfach zu viel passiert. In 2024 habe ich es
  vergessen. Also werde ich die Blogbeiträge jetzt in 2025 wochenweise einstellen.

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Samstag, 25.03.2025 — Dieses Wochenende habe ich einen Mietwagen. Großeinkauf, ich muss kurz nach Salinas wegen meiner Social Security Number. Ich will auch verschiedene Autoverkäufer besuchen. Vielleicht kaufe ich mir ja doch noch ein Auto hier in den USA. Es steht aber schon jetzt fest, dass es ein Auto sein muss, das ich mit zurück nach Deutschland nehme. Für die USA brauche ich nicht zwingend ein Auto. Von daher wäre es albern, es nur für 10 Monate zu kaufen. Und wenn ich ein Auto habe, kann ich auch noch die Gegend erkunden.

Highway 68 nach Salinas

Gestern, auf dem Weg nach Salinas habe ich am Highway 68 ein paar Stellen gefunden, die ich fotografieren muss. Der Highway für durch die Berge, die Monterey von Salinas (auch wettertechnisch) trennen. Sie sind so grün, dass sie ich an Irland erinnern, und ganz und gar nicht das sind, was ich mir unter Kalifornien vorgstellt habe. Bei Kalifornien denkt man an sofort an gelb und ocker, trockenes Land und gedrungege Büsche. Aber das hier? Grün. Wohl auch durch den ganzen Regen, der in den letzten Wochen niederging.

Die 68 geht an Laguna Seca vorbei. Das ist eine Rennstrecke. Aus irgendeinem Grund ist sie sehr bekannt. Mal sehen, ob mich ein Event dorthin locken wird.

Ich mache das wichtige, ikonische Foto von Smokey Bear, der hier die auf die Waldbrandgefahr hinweist. Danach nehme ich die Passstraße Laureles Grade9 über die Bergkette ins Carmel Valley, das bekannt ist für kalifornischen Rotwein.

Point Lobos

Durchs Carmel Valley geht es zum Highway 1. Carmel-by-the-Sea lasse ich aus und fahre direkt nach Point Lobos. Ein kleine, aber berühmte Halbinsel, naja eher ein Vorsprung, der ins Meer ragt. Nur hier und in Carmel-by-the-Sea wächst die Monterey-Zypresse.

Monterey war in den 1920er und 1930er ein beliebter Drehort für Hollywood-Filme. Point Lobos steht auf der Liste der Drehorte. Ich erwarte nicht, bekannte Szenen zu finden. Ich habe keinen einzigen Film davon gesehen. Der bekannteste Film ist vermutlich Rebecca von Hitchcock (1940). Für diesen Film wurden nur Hintergrundaufnahmen gedreht, da bereits ein Filmverbot bestand, um die Natur zu schützen10.

Point Lobos ist eine interessante Landschaft. Der Pazifik trifft hier direkt auf die kalifornische Küste. Schroffe Felsen, Brandung, Gischt. Und oben auf der Felsen wachsen Bäume. Es gibt eine kleine Bucht auf der Ostseite, Whalers Cove. Sie ist windgeschützt. Sie lädt zum Baden ein, allerdings gibt es keinen Strand und Baden ist verboten.

Scenic Highway 1

Nördlich von Point Lobos gibt es dafür den Monastary Beach. Südlich von Point Lobos folgt der Highway 1 der zerklüfteten Küste. Der Highway ist auch als „Scenic Highway 1“ bekannt. Und ich muss zugeben, dass die Landschaft wunderschön ist: auf der einen Seite der Pazifik, auf der anderen die Berge Kaliforniens mit Gipfelhöhen über 1000 m(!).

Der Highway ist in den Berg gehauen. Aktuell ist der Highway südlich von Big Sur gesperrt. Schwere Unwetter letztes Jahr haben einen Erdrutsch ausgelöst und die Straße in den Pazifik gespült. Ein wirkliches Ziel habe ich nicht. Ich will einfach nur die Landschaft genießen.

Überall gibt es Aussichtspunkte und Parkplätze. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich überall angehalten habe: China Vista Point, Rocky Point, Rocky Creek Bridge, …

Die berühmte Bixby Bridge lasse ich aus. Hier ist Verkehrschaos. Es ist bald Sonnenuntergang. Und jeder versucht hier rechtzeitig einen Parkplatz zu bekommen. Ich will thereotisch auch ein Foto. Aber das ist mir zu viel Chaos.

Hinter Little Sur verlässt H1 die Küste und führt landeinwärts durch ein bewaldetes Bergtal, bekannt als Big Sur. Dieser Ort war Tipp zum Wandern vom Personal im Trident Room. Hinter Big Sur ist die Straße wieder an der Küste, aber 200m hoch über dem Wasser.

Kurz vor Sonnenunter erreiche ich Seal Beach Overlook. Hier stoppe ich für den Sonnenuntergang. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit ist die Sonne im Dunst kaum zu sehen. Dies hat natürlich den Vorteil, dass man ohne Filter arbeiten kann. Gleichzeitig sehe ich wie sie Nebel über dem Wasser bildet und zu einer Wolkenbank aufbaut, die auf die Küsten zurollt. Ich habe das Gefühl, dass ich die Rückfahrt im Nebel durchführen werde.

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USA 07.2 – San Francisco

 2023 war ich für ein Jahre in den USA. Mein Idee war es wöchentlich zu bloggen. Das Leben in den USA kam dazwischen. Es ist einfach zu viel passiert. In 2024 habe ich es
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Nieselregen begrüßt mich. New Monterey hat immer noch keinen Strom, andere Stadtteile sind teilweise wieder da. Ich checke aus und lagere den Koffer an der Rezeption. Von der City Hall aus geht diesem Mal in Richtung Powell St. und diese entlang der Cable Car Strecke. Ich will wieder die Warteschlange umgehen.

Da wo die Steigung losgeht und ich wirklich eine Fahrt mit der Cable Car will, finde ich ein japanisches Restaurant, das Maru. Mittagessen; oder spätes Frühstück. Danach laufe ich doch den Berg (Nob Hill) hinauf. Oben bin ich wieder an der Kreuzung der Cable Car Strecken, und dieses Mal gehe ich die California St hinab. Ich will nach Chinatown, bekannt aus Big Trouble in Little China.

Dieses Chinatown kommt nicht an Yokohama ran, schlägt aber New York um Längen. Ich gehe zuerst zum Dragon Gate, einem chinesischen Tor über der Straße. Vor dem Tor, auf der Kreuzung, ist ein Kreis aus roten Ziegelsteinen in die Straße eingelassen. Ich lerne, dass dies die Position und Größe einer unterirdischen Löschwasserzisterne markiert. Vor GPS und in einem Erdbebengebiet eine sicherlich lebensrettender Ansatz. Ich frage mich, wie viele dieser Kreise es noch gibt, und wie viele ich gestern übersehen habe. Es soll da eine Webseite geben …

Ich gehe nun in Richtung Coit Tower. Ja, dieses Chinatown hat was. Eventuell etwas touristy-kitschig, aber gut. Chinatown endet am Broadway. Hier schneidet die diagonal laufende Columbus Ave das Straßengitter. Auf der anderen Straßenseite beginnt Little Italy. Hmmm, genau wie in New York. Little Italy ist gleich neben Chinatown. Hier am Broadway war früher ein Teil vom Rotlichtbezirk von San Francisco. Ein großes Werbeschild für Big Al kenne ich aus Filmen der 70er.

Ich organisiere etwas Proviant bei Nick’s Liquor. Ich gewöhne mich langsam an diese Stores. Sie sind vergleichbar mit den „Späti“ in Berlin oder Frankfurt. In den USA kommt die Komponente der notwendigen Lizenz zum Verkauf von Alkohol hinzu.

Ich arbeite mich zur Filbert St vor und gehe schnell runter zum Washington Square, um ein Foto von der Saints Peter and Paul Church12 zu machen.

Jetzt kümmere ich mich um den Tower. Die Filbert St ist eine von diesen extrem steilen Straßen. Der Fußweg ist eine Treppe; mit vielen Stufen. Auf gehts. Stufe um Stufe arbeite ich mich bergauf. Oben am Parkplatz angekommen habe ich eine gute Sicht auf Alcatraz. Die Sicht vom Tower muss noch besser sein. Auf geht’s.

Der Coit Tower13 war die beste Idee des Tages. Die Aussicht ist genial: Alcatraz, Golden Gate Bridge, die Serpentinen der Lombard Street, die Skyscraper von Downtown, der Hafen mit Pier 39 (Touristenfalle), Trasure Island, Oakland Bay Bridge, … Kurz, man sieht fast alle wichtigen Touristen-Hotspots von diesem Tower. San Francisco in 5 Minuten.

Wieder unten auf dem Parkplatz sehe ich eine Treppe, die laut googleMaps runter zu den Hafenhallen führt. Es sind sehr, sehr viele Stufen. Der Telegraph Hill ist 84 m hoch. Zum Glück gehe ich sie bergab. Die Treppe führt an Wohnhäusern vorbei. Hier will ich kein Postbote sein und auch nicht wohnen. Der Weg erinnert mich sehr an meinen Ausflug nach Manazuru (Japan 2019).

Ich komme bei Pier 33 raus und gehe von hier zur Touristenfalle Pier 39. Und genau an diesem Moment fängt es (mal) wieder an zu regnen und der Akku meiner Kamera ist leer. Und natürlich liegt der zweite Akku im Koffer im Hotel. Ich erkläre den Tag für beendet und gehe zurück zum Washington Square und dann in die Grant Ave. Ich hatte vorhin einen Irish Pub gesehen, das Maggie McGarry’s; Zeit für ein Bier.

Gestärkt geht es durch Chinatown zurück zum Dragon Gate. Hier ist ein Souvenirladen (Sophia’s Choice Gift Shop) und mir fällt ein, dass ich mal eine Postkarte nach Deutschland schicken sollte. Ich quatsche länger mit dem Ladenbesitzer.

Es ist bereits dunkel. Von hier bis zur Market St. sind es nur ein paar hundert Meter. Und das Hotel ist dann auch nicht mehr weit. Ich habe noch etwas Zeit, bevor mich WinterOwl abholt. Heute war ich viel weniger unterwegs. Dennoch bin ich platt. Gestern war es dann wohl doch etwas zu viel; erst der lange Fußmarsch durch die Stadt und dann noch Frolic.

Das war mein erster Ausflug nach San Francisco. Ich muss hier noch mal vorbeischauen; bei Sonnenschein. Frolic war ungewöhnlich, aber wie San Francisco eine zweite Runde wert. Die Rückfahrt nach Monterey ist ereignislos. Zurück in Monterey ist aber der Strom seit ein paar Stunden wieder da. Perfektes Timing.

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USA 07.1 – San Francisco, Frolic

 2023 war ich für ein Jahre in den USA. Mein Idee war es wöchentlich zu bloggen. Das Leben in den USA kam dazwischen. Es ist einfach zu viel passiert. In 2024 habe ich es
  vergessen. Also werde ich die Blogbeiträge jetzt in 2025 wochenweise einstellen.

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Am Wochenende ist Frolic in San Francisco. Eine Furry-Party im SF Eagle, und eine gute Gelegenheit für ein Wochenende an der Golden Gate Bridge. WinterOwl bietet sich als Fahrgelegenheit an. Er will sowieso in die Richtung.

Das Timing könnte nicht besser und gleichzeitig nicht schlechter sein. Es regnet seit Anfang der Woche, hier in Monterey und auch in San Francisco. Ein Wetterwechsel ist nicht in Sicht. Schlecht. Allerdings hat Monterey seit Donnerstag keine Strom mehr. Laut Webseite von PGE könnte es einige Tage (!) dauern, bis alles wieder läuft. Monterey steht still. San Francisco klingt da attraktiver.

WinterOwl holt mich noch vorm Mittag ab. Arbeit fällt aus. Wir stoppen in Seaside. Hier gibt es Strom und Mittagessen. Wir erreichen San Francisco spät, keiner hetzt uns. Ich teste kurz den Weg zum SF Eagle, damit ich morgen nicht verlaufe. Die Kamera bleibt im Hotel. Ich traue der Gegend nicht; nicht bei Nacht. Nur unweit vom SF Eagle ist das Kneipenviertel in der Mission St. Eine coole Kneipe finde ich nicht, also gehe ich zurück zum Hotel.

Samstag, 11. März 2023

Es regnet. Ich kann es nicht ändern. Mit Kamera und Regenjacke geht es los. Erster Stopp ist City Hall, denn es gleich neben meinem Hotel. Am War Memorial Opera House vorbei geht es dann die Grove St entlang zum Alamo Square. Hier stehen die Painted Ladies, bunt gestrichene Häuser im viktorianischen Stil16. Viele kennen den Park und die Häuser vermutlich aus der 1980er Sitcom Full House, ohne es zu wissen.

Von hier geht es nach Japan Town; irgendwo bei Webster St and Geary Blvd. Leider erinnert mich hier nichts an Japan. Ich hatte mehr erwartet. Hinter den Markthallen mit japansichen Geschäften finde ich den Japantown Peace Plaza mit einer Betonpagode. Es startet eine kleine Fußgängerzone. Hier sieht es ein wenig japanisch aus. Ich glaube mehr wird es nicht mehr. Da es Zeit für Mittagessen ist, steuere ich das Ramen Yamadaya an.

Nun folge ich der California St (mit kurzem Abstecher zum Lafayette Park). Ich kann nicht glauben wie viele Berge San Francisco hat. Es geht ständig steil bergauf oder steil bergab. Argh. Ich beschwere mich nie wieder über Vallendar.

Ich finde die Endstation einer Cable Car-Strecke CA. Hier sind keine Touristen. Beste Gelegenheit für eine Fahrt auf dem Trittbrett. Und ich bekomme einen guten Tipp: die Muni-App und ein Tagesticket, es ist günstiger als einzelne Ticket unten an der Touristenfalle, wo das Tagesticket nicht angeboten wird.17. Hah. Das spart eine Menge Geld.

Die Cable Car werden durch ein Seil unter der Straße bewegt. In der Mitte des Cars greift eine Kralle nach unten in das Seil. Der Fahrer hat einen großen Hebel für die Kralle und einen zweiten, um die Bremse zu betätigen. Die Kralle hat den Vorteil, dass das Seil dauerhaft in Bewegung ist und das Cable Car sich davon unabhängig mit dem Verkehr bewegen oder Passagiere ein- und aussteigen lassen kann. Clever.

An der Kreuzung California St / Powell St kreuzen sich zwei Strecken. Keine Ahnung wie die das mit den sich kreuzenden Seilen koordinieren. Ich steige aus. Foto-Time. Die California St geht von hier aus steil bergab. In Verlängerung sehe ich die Oakland Bay Bridge. Danach fahre ich Trittbrettfahrer weiter zur Filbert St. Es soll eine der steilsten Straßen in San Francisco sein und ich werde nicht enttäuscht. Sie ist so steil, dass der Fußweg als Treppe gebaut ist.

Nur zwei Straßen entfernt ist die berühmte Lombard Street. Hier schlängelt sich die Straße in kleinen Serpentinen steil den Berg hinab. In Verlängerung sehe ich den Coit Tower. Den hebe ich mir für morgen auf und folge der Hyde St runter zum Hafen. Den letzten Stopp für heute. Die Golden Gate Bridge ist in tiefen Wolken verhüllt und kaum auszumachen. Hatte ich erwähnt, dass es seit der Mittagspause kaum geregnet hat?

Der Hafen ist Touristengebiet. Hier im Hafen liegen Boote für Rundfahrten und Hochseeangeln. Eines der Boote, so erfahre ich, startet in etwa 20 Minuten. Ich verspreche, dass ich gleich wieder da bin. Ich brauche Proviant und Bargeld für das Ticket. In Kalifornien sind „Open Container“18 verboten. Das Boot ist aber Privatgelände.

Mit zwei Bier und Bargeld bin ich pünktlich zur Abfahrt wieder am Boot. Der Regen ist auch pünktlich. Super. Hatte ich nicht gerade noch erwähnt … egal. Ich stehe am Bug und wir fahren los. Neben mir gibt es nur zwei andere Fahrgäste, die in der Kabine verweilen. Ich bin ein Nordlicht. Das brauche ich jetzt: Regen, ein Boot, Möwen, Wind.

Die Golden Gate Bridge ist kaum auszumachen. Egal. Der Kapitän hält mich sicherlich für verrückt. Egal. Wir fahren auch an Alcatraz vorbei. Die Fotos sind nicht die Besten, aber mehr ist bei diesem Wetter nicht zu machen.

Nach der Bootsfahrt geht es zurück. Es wird dunkel. Ich brauche Abendessen und heute Abend ist noch die Frolic-Party. An der Endstation der Cable Car (Linie PH) steht eine lange Schlange von Touristen. Hier warte ich bestimmt eine Stunde. Ich gehe rüber zur anderen Strecke (PM) und dann noch zwei Haltestellen entlang der Strecke. Keine Wartezeit. Ich fahre runter bis zur Endstation an der Market St. Hier warten wieder dutzende Touristen auf eine Fahrt.

Market St. ist zwischen hier (5th St) und meinem Hotel (8th St) keine gute Gegend. Dutzende Obdachlose und Drogenabhängige. Und ich befürchte, dass nicht alle „Tretminen“ von Hunden sind. Die Sicht, die sich mir hier bietet, hatte ich von New York erwartet. Eine Gesellschaft im Verfall; ein Staat, der in sozialen Belangen versagt. Und es erklärt viel Filme der 80er Jahre: Judge Dredd, Robocop, … Die sind am Ende nur konsequent 5-10 Dekaden weitergedacht.

Frolic Furry Party

Da ich dem Wetter nicht traue, bleibt Gyoji im Koffer. Nur der Tail kommt mit. Ich gehe zum SF Eagle. Ich hätte das Kleingedruckte lesen sollen. Das SF Eagle ist eine Gay Bar für Leather Boys und Bears. Erinnert ihr euch an die Blue Oyster Bar in Police Academy? Ja, genau so. Genau so. Das hatte ich nicht erwartet. Furryparty in einem Leather Club. Und es funktioniert. Und ich muss zugegeben: Einige der Leather Boys sind echt durchtrainiert. Da bin ich keine Konkurrenz. Ich muss wieder mehr ins Fitness Studio.

Die Party ist super. Meine Smartphonekamera hatte keine Chance für gute Bilder, daher zwei Fotos, die ich von der Frolic-Webseite „geklaut“ habe. Irgendwann gegen drei Uhr und einen Late-Night-Burrito vom Food Truck später bin ich wieder im Hotel.

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USA 06 – Naval Postgraduate School

 2023 war ich für ein Jahre in den USA. Mein Idee war es wöchentlich zu bloggen. Das Leben in den USA kam dazwischen. Es ist einfach zu viel passiert. In 2024 habe ich es
  vergessen. Also werde ich die Blogbeiträge jetzt in 2025 wochenweise einstellen.

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Die Naval Postgraduate School (NPS) ist eine Universität der US Navy. Hier wird ein Teil der Offiziere ausgebildet. Sie wurde 1909 in Annapolis, MD gegründt und zog 1952 nach Monterey, CA. Es sind gerade einmal 4 Wochen aber ich kann bereits sagen: Man habe ich das akademische Arbeiten vermisst: das Vertiefen in ein Thema, in eine Aufgabe. Und ich muss gestehen, dass es Spaß macht wieder mit Matlab zu arbeiten, Code zu schreiben und Simulationsmodelle aufzubauen.

Und wer hier alles studiert hat: Arleigh A. Burke, Chief of Naval Operations. Heute ist eine Zerstörerklasse nach im benannt; Eugene Cernan, Apollo-Astronaut und letzter Mensch auf dem Mond; Victor J. Glover, SpaceX Crew Dragon Pilot und zukünftiger Commander von Artemis II; …

Hotel Del Monte

Mein Unterkunft in den ersten zwei Wochen war hier auf dem Campus. Im Gebäudeplan steht Hermann Hall, aber es ist das ehemalige, berühmte Resort Hotel Del Monte.

Das Hotel wurde 1880 vom Eisenbahntycoon Charles Crocker gegründet und bestand bis 1945. Es war eines der berühmtesten Luxushotels der USA. Damals existierte eine Bahnverbindung nach Los Angeles. Monterey entwickelte sich damals zu einem bevorzugten Drehort der aufkommenden Filmindustrie. Zum Hotel gehörte das Areal, das heute Pebble Beach Golfplatz ist. Auch der 17-Mile Drive gehörte zum Hotel. Die Liste berühmter Hotelgäste ist lang, sehr lang: Theodore Roosevelt, Ernest Hemmingway, Alfred Hitchcock, Salvatore Dali, …

Das Gebäude von 1880 existiert nicht mehr. Es wurde nach einen Feuer 1887 ersetzt. Ein weiteres Feuer 1924 zertörte das zweite Gebäude. Der Neubau von 1926 ist das heutige Gebäude. 1945 ging das Gebäude und das umliegende Gelände an die US Navy.

Im Keller gibt es neben der der Hotelbar Trident Room, die ich schon kurz vorgestellt habe, einen Ballsaal, der heute der Frühstücksraum ist, aber damals als Bali Room bekannt. Wandmalereien in einem abgetrennten Bereich zeigen noch heute Bali-Motive. Der Bali Room ist der Raum in dem Salvatore Dali seine extravaganten, surrealen Partys abgehalten hat. Ich kann es kaum glauben, dass ich in dem gleichen Raum stehe, die ich aus alten Filmaufnahmen kenne.

Tower Hour

Immer am Freitag gibt es die Tower Hour im Turmgebäude des Hotels. Nur an diesem Tag kann man die steile Wendeltreppe nach oben gehen und die Aussicht bei einem Glas Bier und Wein genießen. Von hier oben sieht man den Pacifik. Man sieht den Flughafen. Man sieht den Berg, der zwischen Monterey und Carmel by the Sea liegt. Hier fangen sich häufig die Wolken.

Monterey ist generell sehr nebelig. Ich vermute es liegt an der exponierten Lage der Halbinsel, die hier in den Pazifik ragt.

Auch wenn ich nicht mehr auf dem Gelände wohne, versuche ich trotdem ein Mal pro Woche in den Trident Room zu gehen. Das lässt sich oft einrichten, wenn ich einen Simulationslauf starte, der ein paar Stunden läuft. Nach dem Stopp in der Bar starte ich dann den Lauf, der über Nacht läuft und fahre dann nach Hause.

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