2023 war ich für ein Jahre in den USA. Mein Idee war es wöchentlich zu bloggen. Das Leben in den USA kam dazwischen. Es ist einfach zu viel passiert. In 2024 habe ich es
vergessen. Also werde ich die Blogbeiträge jetzt in 2025 wochenweise einstellen.
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Nieselregen begrüßt mich. New Monterey hat immer noch keinen Strom, andere Stadtteile sind teilweise wieder da. Ich checke aus und lagere den Koffer an der Rezeption. Von der City Hall aus geht diesem Mal in Richtung Powell St. und diese entlang der Cable Car Strecke. Ich will wieder die Warteschlange umgehen.
Da wo die Steigung losgeht und ich wirklich eine Fahrt mit der Cable Car will, finde ich ein japanisches Restaurant, das Maru. Mittagessen; oder spätes Frühstück. Danach laufe ich doch den Berg (Nob Hill) hinauf. Oben bin ich wieder an der Kreuzung der Cable Car Strecken, und dieses Mal gehe ich die California St hinab. Ich will nach Chinatown, bekannt aus Big Trouble in Little China.
Dieses Chinatown kommt nicht an Yokohama ran, schlägt aber New York um Längen. Ich gehe zuerst zum Dragon Gate, einem chinesischen Tor über der Straße. Vor dem Tor, auf der Kreuzung, ist ein Kreis aus roten Ziegelsteinen in die Straße eingelassen. Ich lerne, dass dies die Position und Größe einer unterirdischen Löschwasserzisterne markiert. Vor GPS und in einem Erdbebengebiet eine sicherlich lebensrettender Ansatz. Ich frage mich, wie viele dieser Kreise es noch gibt, und wie viele ich gestern übersehen habe. Es soll da eine Webseite geben …
Ich gehe nun in Richtung Coit Tower. Ja, dieses Chinatown hat was. Eventuell etwas touristy-kitschig, aber gut. Chinatown endet am Broadway. Hier schneidet die diagonal laufende Columbus Ave das Straßengitter. Auf der anderen Straßenseite beginnt Little Italy. Hmmm, genau wie in New York. Little Italy ist gleich neben Chinatown. Hier am Broadway war früher ein Teil vom Rotlichtbezirk von San Francisco. Ein großes Werbeschild für Big Al kenne ich aus Filmen der 70er.
Ich organisiere etwas Proviant bei Nick’s Liquor. Ich gewöhne mich langsam an diese Stores. Sie sind vergleichbar mit den „Späti“ in Berlin oder Frankfurt. In den USA kommt die Komponente der notwendigen Lizenz zum Verkauf von Alkohol hinzu.
Ich arbeite mich zur Filbert St vor und gehe schnell runter zum Washington Square, um ein Foto von der Saints Peter and Paul Church1 zu machen.
Jetzt kümmere ich mich um den Tower. Die Filbert St ist eine von diesen extrem steilen Straßen. Der Fußweg ist eine Treppe; mit vielen Stufen. Auf gehts. Stufe um Stufe arbeite ich mich bergauf. Oben am Parkplatz angekommen habe ich eine gute Sicht auf Alcatraz. Die Sicht vom Tower muss noch besser sein. Auf geht’s.
Der Coit Tower2 war die beste Idee des Tages. Die Aussicht ist genial: Alcatraz, Golden Gate Bridge, die Serpentinen der Lombard Street, die Skyscraper von Downtown, der Hafen mit Pier 39 (Touristenfalle), Trasure Island, Oakland Bay Bridge, … Kurz, man sieht fast alle wichtigen Touristen-Hotspots von diesem Tower. San Francisco in 5 Minuten.
Wieder unten auf dem Parkplatz sehe ich eine Treppe, die laut googleMaps runter zu den Hafenhallen führt. Es sind sehr, sehr viele Stufen. Der Telegraph Hill ist 84 m hoch. Zum Glück gehe ich sie bergab. Die Treppe führt an Wohnhäusern vorbei. Hier will ich kein Postbote sein und auch nicht wohnen. Der Weg erinnert mich sehr an meinen Ausflug nach Manazuru (Japan 2019).
Ich komme bei Pier 33 raus und gehe von hier zur Touristenfalle Pier 39. Und genau an diesem Moment fängt es (mal) wieder an zu regnen und der Akku meiner Kamera ist leer. Und natürlich liegt der zweite Akku im Koffer im Hotel. Ich erkläre den Tag für beendet und gehe zurück zum Washington Square und dann in die Grant Ave. Ich hatte vorhin einen Irish Pub gesehen, das Maggie McGarry’s; Zeit für ein Bier.
Gestärkt geht es durch Chinatown zurück zum Dragon Gate. Hier ist ein Souvenirladen (Sophia’s Choice Gift Shop) und mir fällt ein, dass ich mal eine Postkarte nach Deutschland schicken sollte. Ich quatsche länger mit dem Ladenbesitzer.
Es ist bereits dunkel. Von hier bis zur Market St. sind es nur ein paar hundert Meter. Und das Hotel ist dann auch nicht mehr weit. Ich habe noch etwas Zeit, bevor mich WinterOwl abholt. Heute war ich viel weniger unterwegs. Dennoch bin ich platt. Gestern war es dann wohl doch etwas zu viel; erst der lange Fußmarsch durch die Stadt und dann noch Frolic.
Das war mein erster Ausflug nach San Francisco. Ich muss hier noch mal vorbeischauen; bei Sonnenschein. Frolic war ungewöhnlich, aber wie San Francisco eine zweite Runde wert. Die Rückfahrt nach Monterey ist ereignislos. Zurück in Monterey ist aber der Strom seit ein paar Stunden wieder da. Perfektes Timing.