Heute ist der letzte Tag der NFC. 5 Tage gehen schnell vorbei. Zur Feier des Tages, und da nichts auf meinem Terminkalender steht, außer der Closing Ceremony, gönne ich mir ein Frühstück. Danach verlade ich alle Dinge (außer meinem Tail) im Auto und checke kurz vor 12 Uhr offziell aus.
Mit Kamera geht es zurück zum Clarion. Eigentlich wollte ich nur ein paar Abschlussbilder machen und danach etwas Sightseeing in Malmö. Den Plan habe ich aber schnell gestrichen, als ich sah, wie viele Furs hier noch im Fullsuit rumlaufen. Es scheint, als will keiner nach Hause.
Es ist so viel los, dass ich gar nicht weiß, wohin ich meine Kamera zuerst halten soll. Was aber auffällt, ist, dass fast nur Fursuiter hier sind. Ich hatte genau das Gegenteil erwartet: den Suit zur Abreise bereits gut verpackt und jeder, der noch hier ist, hat maximal seinen Tail dabei. So kann man sich irren.
Erst um 18 Uhr, als es bereits dunkel ist, sage ich der NFC wirklich Good Bye. Der Nebel wird immer dichter. Es fing gestern Abend schon an. Heute ist es eine dicke Suppe. Am letzten Tag ist das OK, und trägt natürlich auch zur depressiven Stimmung bei. Wir hatten so viel Glück mit dem Wetter.
Zurück am Hotel frage ich nach einem guten Restaurant fürs Abendessen. Man empfiehlt mir das Bullen. Es ist eine kleine, urige Kneipe mit gedämpfter Musik und Licht und dunklem Holz, So eine richtige, gemütliche Kneipe. Ich entscheide mich für das Pfeffersteak und werde nicht enttäuscht. Klar hätte ich auch Köttbullar bestellen können.
Um 20:40 Uhr gebe ich mir selbst das Startsignal. Mit dem Auto geht es durch den Nebel zurück nach Trelleborg. Bis zum Hafen ist die Fahrt einfach.
Im Hafen wird es dann kompliziert. Ich muss zum Anleger E. Und so folge ich den Schildern: „A ist hier; zu B bis H geht dort entlang“. Es folgt „B ist hier; zu C bis H geht es dort entlang“. Soweit so gut. Es folgen C und D. Nur jetzt kommt das Schild für F. Wo ist E geblieben? Ich fahre etwas zurück. Nein, ich habe nichts verpasst. Wo ist E? Ich suche und frage einen Hafenarbeiter. Ja, die Beschilderung ist etwas konfus. Wirklich? Ist mir gar nicht aufgefallen. Ich soll einfach den Schildern für F folgen. Leicht gesagt. Wo war noch mal der Wegweiser zu F? Es dauert ein wenig, bis ich wieder auf Kurs bin und dann auch E finde. Und genau deshalb fahre ich immer mit ausreichend Reservezeit.
Bevor die Schranke aufgeht und wir an Bord können kommt noch der Zoll vorbei. Die typischen Fragen nach Schnaps und Zigaretten. Naja, außer: Habe ich Schlagringe oder Pfefferspray dabei? Damit hatte ich nicht gerechnet und frage prompt zurück, warum das bei der Ausreise so wichtig ist und nicht bei der Einreise gefragt wurde. Eine Antwort bekomme ich nicht. Ist vielleicht auch besser so.
An Bord starte ich sofort einen letzten Fursuitwalk und verwirre Personal und Passagiere. Und wir legen auch schon ab. Es sind nur 70 LKW an Bord in 10 PKW. Sehr, sehr übersichtlich. Ich habe das riesige Schiff im Prinzip für mich selbst.
Draußen ist es zappenduster. Keine Sterne. Keine Leuchtfeuer. Der Nebel veschlingt alles jenseits von 100 m. Selbst das andere Ende vom Schiff ist kaum zu erkennen. Gegen 1 Uhr bin ich in meiner Kabine. Feierabend.